Absenzen und Dispensationen

Rechtliche Grundlagen

  • Volksschulgesetz VSG, Art. 27
  • Volksschulverordnung VSV, Art. 23a Buchstabe d
  • Direktionsverordnung über Absenzen und Dispensationen (DVAD)

Grundsatz

Die Schülerinnen und Schüler haben den Unterricht im zeitlichen Rahmen des Stundenplans zu besuchen.

Absenzen

Absenzen sind Abwesenheiten vom Unterricht.

Nicht vorhersehbare Absenzen gelten insbesondere aus folgenden Gründen als entschuldigt:

  • Krankheit des Kindes
- Unfall des Kindes
  • 
Krankheit in der Familie des Kindes
  • Todesfall in der Familie des Kindes
  • 
äusserst schwierige Schulwegverhältnisse infolge schlechter Witterung

Die Eltern geben Absenzen, die nicht voraussehbar sind, der Klassenlehrkraft im Nachhinein bekannt. Die Klassenlehrkraft kann Arztzeugnisse oder andere Bestätigungen einfordern.

Vorhersehbare Absenzen können insbesondere aus folgenden Gründen als entschuldigt anerkannt werden:

  • Arzt- und Zahnarztbesuche
- Prüfungsaufgebote
  • 
berufswahlorientierte Veranstaltungen und Beratungen ab dem 7. Schuljahr
  • Abklärungen, Beratungen und Behandlungen durch die Erziehungsberatung, den   kinder- und jugendpsychiatrischen Dienst
  oder den schulärztlichen Dienst
  • bis zu zwei Tagen für den Wohnungswechsel der Familie
  • ärztlich verordnete Therapien

Die Eltern geben Absenzen, die voraussehbar sind, vorgängig der Klassenlehrkraft bekannt. Die Klassenlehrkraft kann Arztzeugnisse oder andere Bestätigungen einfordern.

Fünf freie Halbtage

Die Eltern sind berechtigt, ihre Kinder nach vorgängiger Benachrichtigung der Schule an höchstens fünf Halbtagen pro Schuljahr nicht zur Schule zu schicken. Die Verantwortung für die Selbstdispensation wird also den Eltern übertragen. Die freien Halbtage verstehen sich als Schulhalbtage gemäss Stundenplan der Klasse.

Bezug:

  • einzeln oder zusammenhängend
  • unabhängig von anderen Abwesenheiten und Dispensationen gemäss Weisungen
  • ohne Angaben von Gründen
  • Orientierung der Klassenlehrkraft spätestens am Vortag

Nicht bezogene Halbtage können nicht auf das folgende Schuljahr übertragen werden.

Dispensationen

Dispensationen sind im Voraus zu planende und mittels Gesuch zu beantragende Freistellungen für regelmässige oder für länger dauernde Abwesenheiten vom Unterricht.

Dispensationen sind insbesondere möglich

  • 
im Rahmen der benötigten Zeit für Schnupperlehren, sofern diese nicht in der unterrichtsfreien Zeit gemacht werden können
  • 
bis einen halben Tag pro Woche für den Besuch von Kursen in heimatlicher Sprache und Kultur
  • 
im Rahmen der benötigten Zeit für die Förderung ausserordentlicher intellektueller, sportlicher oder musischer Begabungen
  • 
auf Antrag der Erziehungsberatung, des kinder- und jugendpsychiatrischen Dienstes oder des schulärztlichen Dienstes für das
  Fernbleiben von einzelnen Fächern aus besonderen Gründen, insbesondere wegen gesundheitlicher Einschränkungen,
  Lernbehinderungen oder komplexer Lernstörungen
  • 
für das Fernbleiben aufgrund religiöser Gebote
  • 
bis höchstens zwei Wochen pro Schuljahr für Familienferien, wenn aus beruflichen Gründen nicht mindestens vier Wochen der
  Ferien der Eltern mit den Schulferien zusammenfallen, oder wenn aus beruflichen oder familiären Gründen der Besuch von
  Familienangehörigen im Ausland nicht während der Schulferien möglich ist
  Bei Vorliegen besonderer Gründe kann in Fällen ausnahmsweise bis höchstens 8 Wochen pro Schuljahr vom Unterricht
  dispensiert werden.
  • bis höchstens drei Wochen pro Schuljahr für die Alpzeit

Die Eltern reichen Dispensationsgesuche spätestens vier Wochen im Voraus schriftlich und begründet bei der Standortschulleitung ein. Für die Dispensation für Schnupperlehren kann eine kürzere Frist gewährt werden.

Die Schulleitung kann Beweise oder Bestätigungen für die Begründung einfordern.
Sie leitet die Dispensationsgesuche mit ihrer Stellungnahme an die zuständige Stelle gemäss Artikel 27 VSG weiter.
Dispensationen für regelmässige Abwesenheiten vom Unterricht werden in der Regel befristet.

Absenzenkontrolle

Alle Absenzen und Dispensationen eines Schuljahres werden in der Absenzenkontrolle festgehalten und laut den Weisungen der DVAD durch die Klassenlehrkraft in den Beurteilungsbericht eingetragen.

Sind Absenzen nicht gemäss den aufgeführten Punkten begründet oder werden sie nicht ordnungsgemäss der Klassenlehrkraft bekannt gegeben, gelten sie als unentschuldigt. Wird eine Dispensation nicht gewährt und bleibt das Kind dennoch dem Unterricht fern, gilt dies als unentschuldigte Absenz.

Stellt die Schulkommission unentschuldigte Absenzen fest, erstattet sie nach Prüfung der Situation und Anhören der Betroffenen beim zuständigen Richteramt Strafanzeige.

Nachholunterricht

Für verpassten Unterricht wegen Absenzen und Dispensationen wird in der Regel kein Nachholunterricht erteilt.
Bei länger dauernden Abwesenheiten wegen Krankheit oder Unfall kann Nachholunterricht erteilt werden.